Innerer Kompass, fernab der Logik? - 3/55thoughts
Innerer Kompass – fernab der Logik
Heute Morgen war ich mit meinem Hund Coco im Wald unterwegs. Da seit gestern alles schneebedeckt ist, war es einer dieser herrlich stillen Spaziergänge. Einer von denen, bei denen man an jeder Stelle stehen bleiben könnte, weil die Natur, vom Schnee bedeckt, so wunderschöne Bilder zeichnet.
Wir blieben tatsächlich überall stehen – aber nicht wegen der Bilder, sondern wegen der Gerüche.
Denn Coco ist ein Weltmeister im Schnüffeln.
Ob Baum, Weggabelung oder gelbe Pipispuren im Schnee – er taucht tief ein in seine Welt.
Für ihn ist das kein Zeitvertreib. Es ist Orientierung. Das Lesen von Vergangenem, das Bewerten der Gegenwart und das Einschätzen der Zukunft.
Wer war hier vor mir? Welche Spuren hat jemand hinterlassen?
Gehe ich hier lang oder dort? Ist es dort gefährlich oder ist es hier sicher?
Gleichzeitig wirkt – meinem Wissensstand nach – Schnüffeln auf Hunde beruhigend und stressreduzierend.
Während Coco also immer und überall schnüffelt, nutze ich die Zeit meist, um die Umgebung zu beobachten – was für mich, genau wie für ihn, im Übrigen ebenfalls beruhigend und stressreduzierend ist.
Im Winter jedoch finde ich eines besonders herrlich: diese Stille, die entsteht, wenn Schnee liegt.
In solchen Momenten fühle ich mich eins mit Allem und ganz verbunden mit mir selbst –
so, als wäre die Kompassnadel meines inneren Kompasses gerade ganz still: kein Zittern, kein Schwanken.
Und dann geschah heute etwas sehr Berührendes.
An einer Stelle, an der Coco besonders ins Schnüffeln vertieft war und ich selbst einfach nur versunken ins Dickicht schaute, schaute mich ein Fuchs an. Nur für eine winzige Sekunde. Dann düste er ins Dickicht und war schneller weg, als er da gewesen war.
Da wurde mir wieder einmal das Spannungsfeld bewusst, in dem wir uns bewegen.
Auf der einen Seite dieses tiefe Eintauchen: Beobachten, Reflektieren, Verstehen dessen, was war. Auf der anderen Seite diese kleinen, intuitiven Augenblicke, die plötzlich auftauchen und unsere Aufmerksamkeit ganz ins Jetzt holen.
Und manchmal sind es genau diese kurzen, unerwarteten Momente, die uns eine Richtung zeigen, die wir im langen Schnüffeln allein vielleicht nicht wahrgenommen hätten. Das Plötzliche bringt unser inneres Gefühl in Bewegung – manchmal sogar zu einem großen Ausschlag in eine ganz neue Richtung.
Und für mich sind es genau diese kleinen Hinweise – Respekt für uns selbst, Achtsamkeit für den Moment, Vertrauen in die leisen Impulse –, die unsere innere Kompassnadel zum Schwingen bringen und die Richtung anzeigen.
Genauso ist es, wenn wir uns sagen, dass kleine Handlungen nicht essenziell sind, um unsere Ziele zu erreichen.
Vielleicht sind es aber gerade diese kleinen, intuitiven Handlungen, die unsere Richtung korrigieren und uns in die richtige Bahn bringen.
Auf jeden Fall lohnt es sich, zu beobachten, achtsam zu sein – und einfach mal zu üben, der eigenen Intuition, dem inneren Kompass, mehr zu vertrauen.
So wie Coco.
Vielleicht nicht mit der Nase in jeden „Mist“ reingehen, aber dieses leise Gefühl, das innere Wissen, spüren:
Gehe ich hier lang – nein, lieber dort!
Fernab jeder Logik. 😉









