Schule und Stress – oftmals eine „never ending Story“
Der Start in die Schule ist für Kinder ein großer Schritt. Plötzlich gelten neue Regeln, Strukturen, Erwartungen und Vergleiche – und das hört mit dem ersten Schultag nicht auf, sondern zieht sich durch die gesamte Schullaufbahn bis hin zum Abschluss und oft sogar noch ins Studium hinein.
Für viele Eltern ist die Schulzeit ihrer Kinder eine herausfordernde Zeit – nicht nur, weil sie ihr Kind begleiten möchten, sondern auch, weil dabei eigene Schulerfahrungen wieder lebendig werden. Als Eltern werden wir mit Themen konfrontiert, die wir längst vergessen glaubten. Das kann unbewusst Stress erzeugen, und nicht selten neigen wir in solchen Momenten dazu, Dinge, die unsere Kinder betreffen, herunterzuspielen oder nicht genau hinzusehen.
Gerade im schulischen Kontext höre ich immer wieder Sätze wie:
- Das wird er schon lernen, ich war ja auch nie gut in Mathe.
- Sie ist halt ein bisschen schüchtern, das gibt sich schon.
- So war das bei mir auch – das geht schon vorbei.
Ich kenne sie aus eigener Erfahrung. Doch aus meiner heutigen Sicht sind gerade diese Sätze ein intuitiver Hinweis, genauer hinzuschauen. Bereits dieser subtile Druck erzeugt Stress bei den Kindern und kann sich langfristig auf ihr Lernverhalten und auf das familiäre Gefüge rund um das Thema Schule auswirken.
Stress hat viele Gesichter – Überforderung und Unterforderung
Eltern können nicht alles abfangen – und das ist in Ordnung
Als Eltern ist es nicht leicht, diese Signale zu erkennen. Wir tragen unsere eigenen Prägungen und Erfahrungen und reagieren oft unbewusst aus überholten Mustern heraus. Zudem haben die meisten von uns noch weitere aktuelle Stressfaktoren – beruflich, finanziell oder partnerschaftlich/familiär.
Wichtig ist: Es geht nicht darum, dass wir als Eltern alles abfangen müssen. Vielmehr darum, unseren Kindern ergänzende Räume anzubieten, in denen sie frei von Bewertung und Druck ihre Emotionen zeigen und verarbeiten dürfen.
Kreatives, künstlerisches Spiel als Schlüssel
Kinder verarbeiten Erlebnisse über Spiel, Kreativität und Ausdruck – nicht über rationale Gespräche. Malen, Zeichnen, Kneten, Rollenspiele: Alles, was kreativ und spielerisch ist, gibt ihnen die Möglichkeit, Gefühle sichtbar und spürbar zu machen, die sie sonst nicht in Worte fassen könnten.
Was spielerisch aussieht, ist in Wahrheit ein wichtiger Prozess der Selbstregulation und Entlastung. Manchmal reicht das Spiel zu Hause, manchmal braucht es einen geschützten Raum außerhalb.
Warum Intuition die Zukunftskompetenz ist
Neben schulischen und sozialen Herausforderungen gibt es eine weitere Entwicklung, die entscheidend ist:
Digitalisierung und künstliche Intelligenz.
Unsere Kinder wachsen in einer Welt auf, in der es zunehmend schwieriger wird, zu unterscheiden:
- Was ist real? Was ist künstlich erzeugt?
- Was stimmt – und was ist vielleicht sogar gefährlich?
Umso wichtiger ist es, dass Kinder früh lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen. Das, was sie fühlen und was sich für sie stimmig anfühlt, wird zu einem inneren Kompass. Nur so können sie später sicher und selbstbestimmt Entscheidungen treffen – in einer Welt, in der äußere Orientierung immer unsicherer wird.
Prävention
Je früher Kinder erleben, dass ihre Gefühle und Wahrnehmungen ernst genommen werden, desto eher entwickeln sie:
- Vertrauen in sich selbst und ihre Intuition
- Stabilität im Lernen
- die Fähigkeit, Stress besser zu verarbeiten
- die Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen
So werden Vermeidungsverhalten und Selbstzweifel gar nicht erst verfestigt – und spätere „Reparaturmaßnahmen“ bestenfalls überflüssig.
Mein Angebot
Mit meiner präventiv ausgerichteten
Kunsttherapie für Kinder biete ich genau diesen geschützten Raum. Hier können Kinder ihre Gefühle frei ausdrücken, Selbstbewusstsein entwickeln und lernen, ihrem inneren Kompass zu vertrauen.
Natürlich profitieren nicht nur Kinder, die gerade in die Schule starten, von solchen kreativen Räumen. Auch Schulkinder, die bereits mitten im Alltag stehen, können hier Kraft schöpfen, Stress abbauen und gestärktes Selbstbewusstsein entwickeln.
Sie alle erfahren, dass es Wege gibt, sie selbst zu sein – auch wenn sie sich im Schulsystem schwer anpassen können.
Vielleicht kann Schule so ein Ort des Lernens, Entdeckens und Wachsens werden – selbst wenn das Schulsystem wohl erst einmal grundlegend verändert werden müsste.
Doch bis das soweit ist, obliegt es jedem Einzelnen, seinem Kind zusätzlich Räume anzubieten, die es in seiner Einzigartigkeit stärken.
Alles Liebe und allen Eltern und Kinder wünsche ich einen guten Start ins neue Schuljahr. Sabine